Frankenderby

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Frankenderby

Als Frankenderby werden Fußballspiele zwischen den Vereinen 1. FC Nürnberg und der SpVgg (Greuther) Fürth bezeichnet. Das Frankenderby ist mit bislang 258 Begegnungen das am häufigsten ausgetragene Fußballderby Deutschlands.

Geschichte

Anfänge

In den Jahren 1902 und 1903 gab es die drei ersten Frankenderbys, die heute allerdings in offiziellen Statistiken keine Beachtung finden, weil die heutige SpVgg Fürth damals noch als Fußballabteilung des TV 1860 Fürth auftrat. Das erste Spiel fand im September 1902 am Schießanger statt, wo der Glubb mit 15:0 gewann. Aufgrund eines Schneesturms wurde das Rückspiel im Januar 1903 beim Stand von 1:0 für Fürth abgebrochen, das Wiederholungsspiel gewann der 1. FCN mit 11:0. Am 7. Februar 1904 fand dann das erste Spiel gegen die SpVgg Fürth statt, auch hier behielt Nürnberg mit 4:1 die Oberhand. Das erste richtige Pflichtspiel zwischen beiden Mannschaften, welches zugleich das erste Pflichtspiel für Fürth überhaupt war, ist datiert auf den 18. September 1904. In der "Meisterschaft" des Nürnberg-Fürther Fußballverbandes unterlag die SpVgg am Ende mit 0:3. Nach zahlreichen rot-schwarzen Siegen in den darauffolgenden Jahren brauchte die SpVgg bis zum 6. Dezember 1908 um zum ersten Mal ohne Niederlage vom Platz zu gehen, das Spiel endete 3:3. Bis zum ersten Sieg dauerte es dann wiederum knapp zwei Jahre, am 20.11.1910 gelang dem Kleeblatt im Ronhof mit einem 2:1 der erste Sieg. Durch das neue Stadion, das größte im "Deutschen Reich", generierten die Fürther zusätzliche Einnahmen und in der Stadt fanden sich zahlreiche Sponsoren, wodurch sie sich einen englischen Berufstrainer leisten konnten. So gelang es den Fürthern den Glubb zu überholen und 1914 erstmals die Meiterschaft ins Frankenland zu holen. Mitten in die Glanzzeit der Fürther kam dann der 1. Weltkrieg, weshalb von 1915 bis 1919 keine Meisterschaft ausgespielt wurde.

1920er

Den ersten Titel danach sicherte sich der FCN dann ausgerechnet in einem fränkischen Derby. Auf dem FC Germania 1894-Platz in den Sandhöfer Wiesen in Frankfurt besiegte man die Spielvereinigung am 13. Juni 1920 mit 2:0. In den 1920er-Jahren waren die beiden fränkischen Vereine das Maß aller Dinge im deutschen Fußball, so gab es in diesem Jahrzehnt nur zwei Meisterschaftsendspiele ohne Beteiligung einer der beiden Vereine, die diese mit Ausnahme des "Ewigen Endspiels" 1922 ohne offiziellen Meister auch alle gewannen. Die Meiterschaften in den Jahren 1920, 1921, 1924, 1925 und 1927 gingen nach Nürnberg, 1926 und 1929 holte Fürth den Titel. Ihre letzte Meisterschaft 1929 holten die Fürther im 1.FCN-Stadion am Zabo. Im Jahr 1924 kam es zu zwei Länderspielen gegen Österreich und die Niederlande, bei denen die deutsche Mannschaft nur aus Nürnberger und Fürther Spielern bestand. Vom Spiel gegen die Niederlande am 21. April 1924 datiert auch eine der bekanntesten Derby-Anekdoten: Wenige Tage zuvor, am 13. April 1924, trafen beide Vereine im Zabo in der Süddeutschen Meisterschaft aufeinander. Das Spiel endete torlos, dafür gab es zwei Platzverweise und viele üble Fouls. Die nominierten Spieler für das Länderspiel, sechs Fürther und fünf Nürnberger, forderten deshalb eine Absage für das Spiel. Der DFB lehnte dies, weshalb es dann doch zu einer gemeinsamen Zugreise zum Länderspiel kam. Die Nürnberger Spieler Stuhlfauth, Kugler, Kalb, Schmidt und Träg saßen hinten im Zug, die Fürther vorne. Man würdigte sich auch nach Ankuft im Mannschaftsquartier keines Blickes. "Alles andere wäre Fahnenflucht gewesen", sagte Heiner Stuhlfauth noch Jahre später. Nach einem Treffer des Fürthers Karl Auer endete das Spiel 1:0 für Deutschland, doch auch nach dem Spiel gingen die Spieler getrennte Wege. Während die Fürther den Torschützen aus ihren Reihen feierten zogen sich die Glubberer in die Kabine zurück.

1930er und 2. Weltkrieg

In den 1930er Jahren nahm die Dominanz der beiden fränkischen Vereine, die hauptsächlich in der neugegründeten Gauliga Bayern aufeinandertrafen, in Deutschland wieder ab. 1934, 1936, 1937 und 1938 holte der Glubb den Titel der Gauliga, 1935 die Fürther. 1936 holte der 1. FCN die Deutsche Meisterschaft, 1934 und 1937 wurde man Vizemeister. Die Fürther kamen bei ihrer Teilnahme an der Endrunde nicht über die Gruppenrunde hinaus. Auch im Krieg wurde Fußball gespielt. Die Mannschaften waren seinerzeit jedoch aufgrund Einberufungen vieler wehrfähiger Spieler stark ersatzgeschwächt, so daß die Lücken mit Urlaubern, Ausgemusterten oder Jugendlichen gefüllt wurden. Der 1. FCN dominierte diese Zeit und gewann die meisten Spiele. Der Zuschauerzuspruch litt zwar unter den Umständen der Zeit, dennoch fanden sich meist immer mehrere Tausend an den Spielorten ein um dem Frankenderby beizuwohnen. Bis zum Ende der Gauliga Bayern spielte man stets in dieser gegeneinander. Von 1942 bis 1944 spielte man gemeinsam in der Gauliga Nordbayern und 1944/1945 in der Gauliga Bayern/Mittelfranken.

1940er und 1950er

Nach dem Krieg spielte man zuerst in den Saisons 1946/1947 und 1947/1948 gegeneinander. Am 9. Juni 1948 gewannen die Fürther mit 2:0 in Nürnberg gegen den schon als Süddeutschen Meister feststehenden 1. FCN, den Abstieg zum Ende der Saison konnte aber auch dieser Sieg nicht verhindern. 1948 holte der Glubb später auch die Deutsche Meisterschaft. So war die darauffolgende Saison 1948/1949 die erste Saison seit langer Zeit ohne Pflichtspielderby. Nach dem Aufstieg der Fürther gewannen die Kleeblätter beide Derbys und sicherten sich die Süddeutsche Meisterschaft. Auch in der darauffolgenden Saison 1950/1951 konnte der Glubb beide Derbys nicht gewinnen. Aber auch ein Sieg und ein Unentschieden nützten der Fürthern nichts, die Süddeutsche Meisterschaft holte der 1. FCN mit zwei Punkten Vorsprung vor den zweitplatzierten Fürthern. In der Saison 1951/1952 gewann der 1. FC Nürnberg sein Heimspiel mit 2:0, das Rückspiel endete 3:3. 1952/1953 endete das Heimspiel 2:2, das Auswärtsspiel verlor man mit 1:4. Am 20. September 1953 siegte man dann erstmals seit fast sechs Jahren wieder bei einem Pflichtspiel auswärts in Fürth mit 2:0, das Rückspiel endete 1:1. Nach Ende der Saison gewann die Deutsche Nationalmannschaft ihren ersten WM-Titel, entscheidenden Anteil daran hatten FCN-Legende Max Morlock und der Fürther Karl Mai. Mit Herbert Erhard stand ein weiterer Fürther im Kader, der aber nicht zum Einsatz kam. In der Saison 1954/1955 fanden sich beide Teams am Saisonende im Tabellenmittelfeld wieder, das Heimspiel endete 0:0, auswärts verlor man mit 2:1. 1955/1956 gewann man nach langer Zeit wieder beide Derbys in einer Saison, zuerst auswärts mit 3:0, dann zuhause mit 2:1. Eine Saison später holte der FCN, obwohl man beide Derbys nicht gewinnen konnte, wieder einmal den Süddeutschen Meistertitel. Die 2:7-Heimniederlage vom 1. Oktober 1956 kommentierte der ehemalige Nürnberger Außenläufer Hans „Bumbes“ Schmidt mit den Worten: "Die Tränen haben mir in den Augen gestanden, wie die gespielt haben! Und ausgerechnet die Blödel aus Fürth gewinnen das!" Das Zitat erreichte deswegen Bekanntheit, weil Schmidt zu diesem Zeitpunkt der Fürther Trainer war. Das Rückspiel endete 2:2. 1957/1958 gewannen beide Mannschaften ihr Auswärtsspiel, der Glubb mit 1:0, die Fürther mit 2:1. In der darauffolgenden Saison dann genau umgekehrte Ergebnisse: Der 1. FCN gewann sein Heimspiel mit 2:1, die Fürther ihres mit 1:0. Das letzte Derby der 1950er gewann der 1. FC Nürnberg am 26. September 1959 mit 4:2 in Fürth.

1960er

Das Rückspiel der Saison 1959/1960 gewann das Kleeblatt mit 2:0. In der Saison 1960/1961 holte sich der FCN beide Derbysiege und am Ende sowohl die Süddeutsche als auch die Deutsche Meisterschaft. Das Hinspiel in Nürnberg konnte man mit 4:1 für sich entscheiden, das Rückspiel in Fürth mit 3:1. 1961/1962 holte man sich wieder die Süddeutsche Meisterschaft, im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft unterlag man dem 1. FC Köln. Im Auswärtsderby gab es ein torloses 0:0, das Heimspiel gewann man mit 2:0. Mit zwei Torfestivals trennten sich dann in der Saison 1962/1963 die Wege der beiden Vereine für einige Jahre, das Hinspiel gewannen die Nürnberger mit 5:1, das Rückspiel in Fürth mit 5:3. Während der FCN bereits vor der Saison für die neugegründete Bundesliga ab der Saison 1963/1964 vorgesehen war, verpassten die Fürther mit drei Punkten Rückstand die Qualifikation. Zwischen 1963 und 1968 kam es dadurch zu neun Freundschaftsspielen, von denen sieben der Glubb gewann, die beiden anderen endeten 0:0. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga traf man dann schließlich am 27. September 1969 erstmals wieder in einem Ligaspiel auf die Fürther, das man mit 1:0 gewann.

1970er und 1980er

Auch das Rückspiel konnte man mit 4:0 für sich entscheiden. 1970/1971 endete das Auswärtsspiel 0:0, das Heimderby gewann der 1. FCN mit 1:0. Am 19. September 1971 gewann Fürth seit über zehn Jahren wieder ein Derby mit 2:1. Bereits am 9. Oktober traf man erneut aufeinander, das Derby in der zweiten Runde des Süddeutschen Pokals gewann der FCN mit 3:1. Das Rückspiel in der Liga konnten ebenfalls die Nürnberger für sich entscheiden, hier gewann man mit 1:0. 1972/1973 gewann Fürth das Hinspiel in Nürnberg mit 1:0, das Rückspiel wurde beim Stand von 4:2 für Fürth abgebrochen weil Raketen auf dem Platz landeten. Der Süddeutsche Fußballverband wertete das Spiel mit 2:0 für Fürth. In den beiden Ligaspiele der Saison 1973/1974 behielten die Nürnberger die Oberhand, zuhause gewann man mit 2:1, auswärts mit 1:0. Zwischen 1974/1975 und 1979/1980 gab es sieben Nürnberger Siege, zwei Unentschieden und einen Fürther Sieg. Am Ende der Saison 1979/1980 kehrte der Glubb wieder in die Bundesliga zurück und so trennten sich die Wege erneut für einige Jahre. Doch bereits im DFB-Pokal 1980/1981 traf man in der ersten Runde aufeinander, das Hinspiel in Fürth am 30. August 1980 endete 1:1 nach Verlängerung, das Wiederholungsspiel in Nürnberg am 24. September konnte der FCN mit 3:0 für sich entscheiden. Bis zum Ende der 1980er gab es nur noch vier Freundschaftsspiele, in denen es zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage gab.

1990er und 2000er

Auch in den 1990er Jahren traf man lange Zeit nur in Freundschaftsspielen aufeinander. In fünf Spielen zwischen 1990 und 1995 gab es drei Siege und zwei Niederlagen. Das letzte davon, das mit 2:0 für den FCN endete, war das erste Spiel gegen die aus der Fusion mit dem TSV Vestenbergsgreuth entstandene SpVgg Greuther Fürth. Nach dem Abstieg des 1. FCN traf man zuerst am 31. August 1996 in der zweiten Runde des DFB-Pokals aufeinander, Fürth gewann im Frankenstadion, obwohl man Heimrecht hatte, mit 2:1. Das erste Ligaspiel seit über 15 Jahren am 5. Oktober 1996 gewannen die Fürther ebenfalls, dieses Mal hieß es am Ende 3:1. Auch dieses Spiel wurde in Nürnberg ausgetragen obwohl Fürth Heimrecht hatte. Immerhin konnte der Glubb das Heimspiel am 19. April 1997 für sich entscheiden. Das Bezirkspokalendspiel am 4. Juni 1997 konnten die Fürther im Frankenstadion mit 3:1 gewinnen. Zwischen 1997/1998 und 2000/2001 fanden sechs Ligaspiele gegeneinander statt, die dem FCN die desaströse Bilanz von nur einem Sieg, drei Unentschieden und zwei Niederlagen brachten. Auch nach dem erneuten Abstieg kam man in der Saison 2003/2004 nicht über zwei Unentschieden heraus. Das Hinspiel in Nürnberg endete 1:1, das Rückspiel in Fürth 2:2. Am Ende der Saison stieg man trotzdem auf und so kam es bis 2007 nur zu drei Freundschaftsspielen. Die bislang letzten Ligaspiele gab es in der Saison 2008/2009: Im Hinspiel in Nürnberg brachte Reisinger die Fürther in Führung. Dominic Maroh konnte die Führung in der 72. Minute mit seinem Tor egalisieren, Christian Eigler sicherte dem Glubb schließlich mit einem sehenswerten Treffer in der 87. Spielminute den lang ersehnten Derbysieg. Beim Rückspiel in Fürth konnte Dario Vidosic den 1. FCN in Führung bringen, Reisinger traf aber wiederum etwa zehn Minuten später zum 1:1-Endstand. Im DFB-Pokal 2011/2012 kam es am Dienstag, den 20. Dezember 2011 im Rahmen der dritten Runde zum 254. Derby, welches der Zweitligist aus Fürth mit 1:0 für sich entscheiden konnte. Erstmalig in der Bundesliga trafen die fränkischen Erzrivalen in der Saison 2012/2013 aufeinander. Im ereignisarmen Hinspiel in Fürth trennte man sich schließlich 0:0. Im Rückspiel in Nürnberg gewann Fürth durch ein Tor von Johannes Geis mit 1:0. In der Saison 2014/2015 begegnete man sich wieder in Liga 2, nachdem der 1. FC Nürnberg in der vorangegangenen Erstligasaison als 17. abgestiegen ist und Greuther Fürth in der Relegation scheiterte. Das Hinrundenderby fand bereits am zweiten Spieltag statt und endete mit einem 5:1-Sieg der Fürther. Mit sechs Toren war es das torreichste Frankenderby seit der Saison 1972/73, als das Derby beim Stande von 4:2 für Fürth nach Feuerwerksbeschuss und Platzsturm von Nürnberger Fans abgebrochen wurde (Wertung 2:0 für Fürth). Das Rückspiel am 18. Spieltag endete mit einem torlosen Unentschieden.